p.ost

(how to tell the biblical story
in a way that makes a difference)

Rechtfertigung und die Rettung des vergifteten Schneewittchens

[German translation by Helge Seekamp of my post “Justification with reference to Wright, Gorman and Campbell”.]

Wir nähern uns oft dem Thema „Rechtfertigung“ und ihrer Bedeutung im Neuen Testament an wie viele der hoffnungsfroh gestimmten Retter, die sich zum Schloss des schlafenden Schneewittchens begeben. Wir alle kennen diese berühmte Story, wie die wunderhübsche Prinzessin Dikaiosyne, durch eine böse Fee betrogen, ihren Finger an der Spindel eines Reformations-Spinn-Rads stach. Wir wissen, dass daraufhin sie selbst und ihr ganzes Königreich in einen tiefen Schlaf fiel und daraufhin ein undurchdringlicher Urwald einer verschlungenen theologischen Dornenhecke rund um ihr Schloss in den folgenden 2000 Jahren aufwuchs.

Wir wissen außerdem, dass diejenigen, die vor uns hierher kamen, entweder aus Verzweiflung wieder umgekehrt sind oder im Versuch, sich ihren Weg durch die Hecke zu schlagen den Heldentod starben—und solltest du nicht wissen, was ich meine, schau dir doch mal einen weit verbreiteten Essay von Andy Johnson aus dem Nazarene Theologogical Seminary an, in dem er die Positionen von N.T. Wright, Michael Gorman und Douglas Campbell zur „Rechtfertigung“ (Justifikation) untersucht hat. Überzeug dich selbst, wie sehr sie sich von der traditionellen protestantischen Ansicht unterscheiden. Es ist ein lesenswerter, sehr kluger Aufsatz und bringt einige Klarheit in die verworrene Debatte.

Dennoch aber musst du dich dich fragen:

  • „Warum ist das alles so schwierig?“
  • Warum ist „Rechtfertigung“ eher ein solch unlösbares Problem, statt einer lebensspendenden Lösung?
  • Campbell braucht 900 Seiten, die er sich durch den Urwald baggert … und am Ende schafft er es nur, das ganze Schloss samt Prinzessin mit platt zu machen. Dumm gelaufen.

Glücklicherweise hat eine konsequent angewandte narrativ-historische Hermeneutik die Kraft, wie ich denke, einen klaren, breiten und bequemen Durchgang durch diesen dunklen und meist auch völlig überflüssigen Urwald zu schlagen, der uns dann direkt an die Seite der schlafenden Prinzessin führen wird, so dass wir sie mit unserem Kuss aufwecken dürfen.

Was ist eine „narrativ-historische Hermeneutik?

Ganz einfach:

Die Übung, die heilige Schrift von innen heraus aus der Story zu erzählen, die direkt oder manchmal auch indirekt erzählt wird. Dazu im Gegensatz steht die Auslegungsmethode, die retrospektiv, also von heute aus rückblickend, mit dem sehr zu bezweifelnden Vorteil einer Post-Christentums-Rückblicks-Brille.

Ein (ziemlich) simpler Weg durch den Urwald? Gibt es das?

In den heiligen Schriften ist „Rechtfertigung“ eine ziemlich einfache Vorstellung. Es hat damit zu tun, ob eine Person richtig ist oder—viel wichtiger—sich in Hinsicht einer konkreten Sache als richtig erweisen wird in Blick auf Denken, Glauben oder Tun. Rechtfertigung bekommt ihren speziell theologischen Charakter deshalb, weil in den Hl. Schriften der konkrete Kontext, in welchem eine Person denkt, glaubt oder handelt, in den meisten Fällen einer theologischen Interpretation unterliegt. Ein Beispiel: Der Tod Jesu an einem Kreuz ist nicht einfach nur eine Exekution eines messianischen Angebers durch die Besatzungsmacht; es ist ein Akt der Sühne für die Sünden Israels.

Die Frage also, ob eine Person—oder in anderen Fällen Gott selbst—sich als richtig oder „gerechtfertigt“ erweist, stellt sich entscheidend in der Geschichte von Gottes Umgang mit seinem Volk Israel in dessen Beziehung zu den anderen Nationen.

Da das eine theologische Erzählung ist, wird entsprechend auch „Rechtfertigung“ zu einem theologischen Konzept.

Doch sollten wir uns nicht verwirren lassen und den Gedanken nicht zulassen, dass dieses Konzept deshalb extrem kompliziert sein müsse. Viele der theologischen Interpretationen, die sich um das Konzept wie eine undurchdringliche Dornenhecke ausgebreitet haben, sind schlicht schreiender (exegetischer!) Ignoranz zu verdanken. Das Herz der Sache besteht aus ein paar sehr praktischen und wichtigen Fragen:

  • Werden sich Jesu Jünger als richtig erweisen, obwohl sie mit dem Hauptstrom des damaligen Judentums gebrochen haben?
  • Werden die Heiden, die sich bekehrt haben, als richtig dastehen, nachdem sie die Anbetung ihrer Götter des Empires aufgegeben hatten.

Das sind keine abstrakten Fragen.

Die Grundthematik, die wir angehen müssen, ist diese: In welchem konkreten Kontext stellt sich die Frage, ob eine Person „richtig“ oder „gerechtfertigt“ ist, als besonders wichtig heraus? Für die traditionelle Anschauung—insbesonders mit der reformatorischen Theologie verknüpft—ist der Kontext des Rechtfertigungskonzepts eine persönliche Beziehung zu Gott als Richter: Rechtfertigung ist damit das Mittel durch das ein schuldiger Sünder freigesprochen wird—nicht auf Basis seiner Werke, sondern auf der Grundlage von Christi Sühnetod.

Die Richtigkeit Gottes vor dem Gericht der öffentlichen Meinung

Was die neue Perspektive der Paulusauslegung (New Perspective) als Interpretation anbietet, ist eine neue Verortung des Konzepts vom persönlichen Kontext zum Bundeskontext und damit zu einem korporativen statt individuellen Rahmen zugehörig: Rechtfertigung bildet die Mitte einer Anzahl von Fragen rund um die Erlösung Israels und die Erfüllung von Gottes Bundesverheißungen. Wright und Gorman repräsentieren diesen Perspektivwechsel, wie Johnson zeigt; Campbell dagegen kommt zu dem Schluss, dass Rechtfertigung ein Werk des Teufels sei und er deshalb die Bundesgeschichte nicht weiter brauche.

Meiner Ansicht nach gelingt es jedoch keiner der 3 Positionen, die Johnson skizziert hat, die historische Struktur und den Ausblick der Gedanken von Paulus sauber anzusehen. Die Rechtfertigung des Einzelnen (me) muss nämlich in die Kiste des Bundes (covenant) platziert werden, die wiederum in der Kiste der Geschichte (history) ihren Platz findet. Das Schaubild bringt es auf den Punkt:

Die Begründungen zur Rechtfertigung im Neuen Testament setzen nicht nur den Bundesgedanken als Rahmen voraus, sondern nehmen die Erzählung einer geschichtlichen Auseinandersetzung mit einem entscheidenen historischen Höhepunkt in den Blick. Die Auseinandersetzung hat ihren Auslöser darin, dass der eine wahre Gott Israels in den Augen der Völker durch den missratenen Zustand seines Volkes in Misskredit geriet:

  • Warum nur hat der ihre Sünden so lange ertragen?
  • Warum ist er offensichtlich so hilflos im Vergleich zu den heidnischen Göttern?
  • Warum ist seine Hoheit und Herrlichkeit von den Völkern nicht anerkannt worden?
  • Das „richtig sein“ oder die „Rechtfertigung“ von Israels Gott ist vor dem Gerichtshof der öffentlichen Meinung in Zweifel gezogen.
  • Was wird er tun, um sich selbst wieder zu rechtfertigen?

Die Begründungslinien zur Rechtfertigung entwickeln sich also von diesen Fragen aus weiter.

Paulus ist in seiner Argumentation fest davon überzeugt, dass die grundlegende Richtigkeit Gottes in der Auferstehung Jesu von den Toten offenbart wurde. Das ist die gute Nachricht, die er den Völkern der griechisch-römischen Welt verkündigt. Sie wird das Werkzeug der „Rettung“ für beide, Juden und Griechen (Röm 1,16-17), Rettung aber ist nötig aufgrund der Tatsache, dass beide, Juden und Griechen, einem Tag des Zorns gegenüberstehen (Röm 1, 18; 2, 1-11)—der Art nach eine historische Krise, durch die eine Nation oder ein Empire oder eine Kultur einen Umsturz erlebt—, der der Höhepunkt einer langen Konfliktgeschichte zwischen dem Gott Israels und den Göttern der Völker ist.

Die Unterscheidung zwischen den Juden und den Griechen ist wichtig. Wenn Gott dabei ist, sich selbst als richtig oder bundestreu (hebr. „zedaqa“) im Blick auf die Völker zu erweisen, muss er sich zuerst sich selbst als richtig oder bundestreu in Hinblick auf sein eigenes Volk zeigen. Die Juden müssen also zuerst für ihre eigene Götzendienerei und Bosheit zur Verantwortung gezogen werden, weil es doch ihre ureigenste Aufgabe war, sich als der Maßstab des richtigen Gottesdienstes und des richtigen Verhaltens inmitten all der anderen Völker zu erweisen (Röm 3, 6, 19).

Zorn aber meint Zerstörung: Die Juden wurden zu „Gefäßen des Zorns, vorbereitet zur Zerstörung“ (Röm 9, 22); im Ergebnis meint das historisch (zwar aus unserer Rückschau) im Jahre 70 n. Chr. die Zerstörung des Tempels im jüdisch-römischen Krieg. Diese Katastrophe bringt das spezielle Problem der „Gerechtigkeit Israels“ in den Fokus. Was nun ist für das Volk Gottes nötig, um in dieser konflikthaften Auseinandersetzung am Ende als „richtig“ da zu stehen?

  1. Zuerst wurden die Juden von Gott verurteilt, weil klar wurde, dass sie sich nicht als richtig vor den Völkern erweisen konnten. Warum? Weil ihre „Werke“ nicht den Vorgaben in der Thora (dem Gesetz Gottes) entsprachen. Sie können also nicht erwarten, durch ihre Werke „gerechtfertigt“ zu werden—nicht weil „Rechtfertigung durch Werke“ im Prinzip falsch ist, sondern weil ihre Werke falsch und böse sind; sie sind nicht besser als der Rest der Menschheit. Ja noch mehr, am Tag des Zorns werden sie beschämt werden von einigen Heiden, deren Werke „gerecht“ sind (Röm 2, 15-16). Wir sollten dabei immer im Hinterkopf behalten, dass es nicht um ein Endgericht geht: Es ist vielmehr eine sozio-politische Krise oder Transformation durch die sich YHWH als Souverän über die Völker der antiken Welt erweisen wird. Das öffentliche Ergebnis, die öffentliche Meinung, ist entscheidend.
  2. Ein alternatives Ergebnis ist aber auch vor Augen gestellt: Der Gott Israels hat Christus Jesus als Beweis dafür, als den Urgrund zum Vertrauen, vorgestellt—immer unter den aktuellen Bedingungen des Fehlverhaltens Israels gedacht—, so dass früher oder später Gott in seiner Auseinandersetzung mit den Göttern der Völker sich als richtig erweisen wird, er also gerechtfertigt sein wird. Diese “eschatologische“ Rechtfertigung—der Sieg YHWHs über die Völker—wird durch das Zeugnis der christlichen Gemeinden als wahr erkannt, die nämlich hatten die ganze Zeit an die „Gute Nachricht“ (Evangelium vom Kommen der Königsherrschaft Gottes) geglaubt und sie proklamiert.
  3. Diese Christen-Gemeinschaften werden schließlich also gerechtfertigt, wie die Logik der Erzählung des Zornes Gottes ausführt, einzig und allein durch ihre Tugend, der „Beweiskraft“ von Jesu Tod und Auferwecken vertraut zu haben. Das also bedeutete praktisch gesprochen die paulinische Formel: “durch ihre Teilhabe an der Story von Jesu Tod und Auferweckung“. Vermittels dieser Gemeinden wiederum wird der Gott Israels unter den Völkern also gerechtfertigt, sein schlechter Ruf wieder hergestellt. Das geschieht aber nur, wenn sie bereit sind, wie Jesus selbst zu leiden in der Hoffnung (später selbst auch) gerechtfertigt zu werden wie Jesus gerechtfertigt wurde.

Wright, Gorman und Campbell - ihre Auslegung im Vergleich

Darum stimmt meine Auslegung mit der von N.T. Wright überein, dass es sich bei dieser ganzen Sache „Rechtfertigung“ in Wahrheit darum dreht, wie Gott sich selbst gegenüber verlässlich bleibt, was bedeutet,

  • dass er sich seinen Verheißungen gegenüber Abraham verlässlich zeigt und
  • insbesondere gegenüber dem Versprechen, dass seine Nachkommen die Welt erben sollten.

Ich glaube aber (anders als N.T. Wright), dass die Frage hinter der Argumentation über die Rechtfertigung derer, die Glauben haben nicht die ist:

  • „Wie ist die Mitgliedschaft im Bundesvolk zu definieren?“ Sondern die:
  • „Wie wird das Bundesvolk den kommen Tag des Zorns überleben?“ Nur die Gemeinschaft, die ihr Vertrauen ausschließlich auf die vorhergehende Treue Jesu (als Gott gegebener Rettungsweg) setzt, wird einerseits nicht zusammen mit Israel verurteilt, und andererseits nicht mit in der Gerichtskrise der heidnischen Völker untergehen.

Da ich Michael GormansInhabiting the Cruciform God“ nicht selbst gelesen habe, schließe ich mich (auf Grundlage der Zusammenfassung von Johnson) dessen enger Verknüpfung von Glauben und Teilhabe an Tod und Auferwecken Jesu unbedingt an. Glaube ist hier christologisch bestimmt, es ist die Christus-ähnliche Treue Gott gegenüber. Und darum ist diese Art christlicher Glaube der Grund von Rechtfertigung.

Nur ist mein Argument darüber hinausgehend, dass es sich in der Sache hier um die kommende (aber nicht letzte) Rechtfertigung der Gemeinde handelt, die ihre Berufung lebt (hier betont Wright zurecht diesen Aspekt), Jesu Leiden nachzuahmen um der Zukunft des Volkes Gottes willen (daher auch mein Buchtitel). Christus-ähnliche Treue nenne ich es, weil die Gemeinschaft der Christen berufen ist, ihr Leben Christus-änlich zu opfern (einige sogar wie Christus an echten, hölzernen römischen Kreuzen).

Schließlich stimme ich sogar Douglas Campbell zu, dass „Rechtfertigung“—falls der Begriff überhaupt irgend einen Wert behalten soll—etwas bezeichnet, das innerlich befreiend und ethisch verwandelnd sein muss. Ich würde es aber wieder anders begründen als er und zwar so: Die Rechtfertigung der Kirchen unter der Verwandlungsperspektive, über die Paulus spricht, ist anzusehen als konkrete Vorwegnahme der kommenden geschichtlichen Status-Veränderung des Gottesvolkes unter den Völkern, bis sie sich geschichtlich im Jahr 313 n.Chr. politisch-wirksam durchsetzt.

  1. Zuerst bestimmt die Teilhabe der vorangegangenen Leiden und Rechtfertigung Jesu auch das Mittel, durch das die Gesellschaftstransformation herbei geführt werden soll: Gewaltfreier Widerstand, Feindesliebe und an Liebe orientiertes ethisches Verhalten.
  2. Andererseits verkörpern dann diese erneuerten Gemeinschaften, befreit von endloser Rebellion gegen Gott durch die Kraft des Geistes, den göttlichen Standard an Gerechtigkeit, an dem die heidnische Welt durch YHWH gerichtet werden wird.

Rechtfertigung heute

Die paulinische Begründung von Rechtfertigung wird also am plausibelsten, wenn wir sie in den Zusammenhang mit einer Geschichte bringen, die von der Status-Transformation des Gottesvolkes in der antiken Welt erzählt, die ihren Höhepunkt im Bekenntnis der Nationen der Ökumene (der damals bekannten Welt) findet, dass Jesus und nicht der Kaiser der Herr sei.

Dieses geschichtliche Ergebnis demonstriert schließlich die Richtigkeit des Weges, den solche Gemeinschaften einschlugen, indem sie vertrauensvoll an der Geschichte von Jesu Tod und Auferweckung—mit ihrem Leben innerlich und körperlich— teil nahmen.

Diese eschatologische Begrenzung—unsere Geschichts-Kiste von oben (history)—macht die Rechtfertigungs-Sache für die heutige Kirche aber überhaupt nicht irrelevant. Als Glaubende sind wir immer noch mit der Frage konfrontiert—persönlich, existenziell, kulturell, intellektuell, politisch—, ob wir richtig dabei sind, unser Leben in Übereinstimmung mit dem biblischen Narrativ des Schöpfergottes zu gestalten. Angefangen mit Abraham, seiner Verheißung als Modellvolk, den Segensauftrag Adams & Evas und Noahs wieder aufzunehmen und beispielhaft zu leben. Weiter geht die Geschichte mit Jesus, die einen vorläufigen Höhepunkt mit Gericht der Juden (70 n.Chr. Tempelzerstörung) und Gericht als den Sieg über das Heidentum (Konstantinische Wende 313 n.Chr.) erreichte. Das darauf folgende 1000-jährige Reich als römisch-christliche Reichsgeschichte ist bis 1808 in Europa bewußt auch so verstanden und sogar als Auslegung der 4-Reiche-Konzeption des Danielbuches in unterschiedlichen Geschichtstheologien interpretiert worden.


Heute leben wir in einer durch die geistesgeschichtliche Aufklärung (seit 1750) und der folgenden Entwicklung der modernen Wissenschaften säkularisierten Epoche der Nach-Moderne (Postmoderne), was eine neue Eschatologie als Zeitenwende, also krisenhafter Bewältigung einer neuen Geschichtsepoche, bedeutet.

Im 21. Jahrhundert gibt es immer noch viele Wege, wie wir uns selbst (vor Gott oder unserem Gewissen) zu rechtfertigen versuchen:

  • durch moralische Überlegenheit in Charakterdingen,
  • durch gute Werke,
  • durch vernünftige Argumente,
  • durch die Macht der Anzahl an Kirchen-Mitgliedern,
  • durch Anrufung einer „heiligen“ Tradition,
  • durch die Abwertung von Nicht-Glaubenden,
  • und so fort.

Am Ende werden wir aber einzig durch unser beständiges Bleiben an dem Glauben gerechtfertigt,

  • dass der Gott, der alle Dinge gemacht hat,
  • Jesus vom Tod auferweckt hat als den Anfang einer neuen Schöpfung,
  • auch am Ende alle Dinge neu machen wird.

Damit steht und fällt unsere Glaubwürdigkeit in Zukunft. Die neue globale Krise unseres Zeitalters scheint sich als die „Ökologische Krise“ zu entpuppen. Die Menschheit steht vor ihrem möglichen katastrophalen Ende oder wenigstens Teile der Menschheit, weil sie ein Schöpfungsgleichgewicht, die Ordnung Gottes, durch ihr Verhalten bedroht. Dabei sind Großteile der Menschheit nicht persönlich verantwortlich, geraten aber als Korporation in den krisenhaften „Zorn Gottes“. Gibt es wie damals ein Evangelium, das den Ausweg zeigt? Wie müssen wir ein öffentliches, politisches Evangelium zur Rechtfertigung Gottes heute formulieren?

Ich schlage deshalb vor, dass die Missio Dei für die Kirche in dem „kommenden Zeitalter“ immer mehr in schöpferischen Begrifflichkeiten beschrieben werden muss.

Das ist eine angemessene Reaktion auf die sich global ausbreitende Bedrohung der Menschheit:

  • Umweltzerstörung,
  • Lebensmittel und Energieverknappung,
  • Bevölkerungswachstum,
  • Der Kampf von nicht zusammenpassenden Kulturen um die Koexistenz in schrumpfenden Sozialräumen usw.

Nun ist es der Schöpfer-Gott und der Sohn, der Erstgeborene aller Schöpfung, um dessen Willen und für den alle Dinge gemacht wurden, und der wiederbelebende, erneuernde Geist, der die Kirche in die Welt sandte, um die Möglichkeit einer erneuerten Menschheit mitten unter den Völkern der Erde zu verkörpern—beides wirklich und prophetisch.